German IWW

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industrial workers of the world / kämpfende Gewerkschaft / seit 1905
Updated: 2 weeks 4 days ago

Graz: IWW-Österreich bringt Anzeige gegen Heuberger Eloxal ein

Út, 02/23/2010 - 3:35am

Aufgrund der katastrophalen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen im Eloxierwerk Heuberger in Graz, brachte die IWW-Österreich eine Anzeige wegen fehlender Sicherheitsvorrichtungen ein. Das Fehlen von notwendigen Leitern, verstellten Fluchtwegen, provisorischen Arbeitstischen und der gleichen, macht dies zu einem gefährlichen Arbetisplatz, obwohl mit ein wenig guten Willen der Geschäftsleitung diese Arbeitsplätze sicherer gemacht werden könnten. Aber hier verzichtet man doch lieber auf grundlegende Sicherheitseinrichtungen, da in den Augen der Geschäftsführung ein Leben billiger ist, als Sicherheitsvorkehrungen. Um diesen Bedingungen auf die schnelle etwas entgegenzusetzen brachte die IWW-Österreich eine Anzeige beim Arbeitsinspektorat Graz ein, jedoch wird dies alleine nicht ausreichen, sondern wirkliche und langfristige Verbesserungen werden sich erst dann durchsetzen, sobald die Arbeiterinnen und die Arbeiter sich selbst organisieren und sich nicht spalten lassen.

Graz: Warum lacht Herr Mair?

Po, 02/15/2010 - 1:02pm

Folgend ein Flugblatt, welches von der IWW-Österreich innerhalb der Produktionshallen der Firma Heuberger Eloxal verteilt wurde:

Die Frage warum der Chef von Heuberger Eloxal in seinem Büro eine schalldichte Tür hat, lässt sich einfach beantworten. Er lacht, lautstark und selbstzufrieden! Er hat ja auch allen Grund dazu, hier passieren schwere Arbeitsunfälle, werden Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten, es wird gemobbt, die Arbeiterinnen und Arbeiter werden schikaniert und zu mehr und mehr Leistung angetrieben. Und was machen die Arbeiterinnen und Arbeiter? Nichts!

Ihr schimpft und lasst euch alles gefallen und lasst euch eure Macht nehmen. Darum lacht Hr. Mair!

Da haben wir die „inländischen ArbeiterInnen, wie auch die „ausländischen ArbeiterInnen“ und beide Gruppen maulen hinter dem Rücken der anderen, da Schimpfen Männer über Frauen, Frauen über Männer und damit spielt ihr dieses Spiel mit, was euer Chef will, nämlich das ihr euch nicht eint.

Warum verschwendet ihr Kraft und Zeit für dieses gegenseitige in den Rücken fallen?Warum nutzt ihr eure Fähigkeiten nicht euch zusammen zusetzen, euch zu organisieren und gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen? Ihr schafft den Profit, alle, egal ob Mann, Frau, InländerIn oder AusländerIn.

Organisiert euch und ihr habt die Macht eure Forderungen durchzusetzen, aber wenn ihr gespalten bleibt, wird sich nichts ändern.
NUR SCHIMPFEN ÄNDERT NICHTS, DOCH ZUSAMMEN HABT IHR DIE MACHT WAS ZU VERÄNDERN!
Braucht ihr Hilfe, Unterstützung? Wir, die IWW, werden euch unterstützen! Tretet mit uns in Kontakt und wir werden unser bestes geben, damit euer Arbeitsalltag besser wird.

Industrial Workers of the World (IWW) – internationale Gewerkschaft
 

Interview mit Noam Chomsky

St, 02/10/2010 - 5:15pm

Betriebsbesetzungen und die Aussichten der Radikalisierung der Arbeiterbewegung

Noam Chomsky ist Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology und inspiriert seit den 1960ern Philosophie und Kognitionswissenschaften durch sein Forschungsprogramm. Als libertärer Sozialist engagiert er sich politisch mit zahlreichen Publikationen und in Debatten gegen Krieg, Ausbeutung und Kapitalismus. Chomsky ist Mitglied der IWW.

Am 9. 10. 2009 unterhielt sich Diane Krauthamer, Redakteurin der IWW-Zeitung „Industrial Worker“, mit Noam Chomsky, um seine Meinung über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Arbeiterklasse und mögliche Perspektiven im Klassenkampf von unten in Erfahrung zu bringen. Wir zitieren aus dem Gespräch:

Diane Krauthamer: Zu Beginn unseres Gesprächs möchte ich mit Ihnen über die Wirtschaftskrise diskutieren und darüber, wie Arbeiter mit den Problemen, mit denen wir konfrontiert sind, fertig werden können. In Ihrem jüngsten Artikel „Crisis and Hope: Theirs and Ours“, der in Boston Review erschienen ist, schrieben Sie, „die Finanzkrise wird man vermutlich irgendwie flicken, während so ziemlich alle Institutionen, die sie verursacht haben, aufrechterhalten werden.“ Danach gab es vor kurzem ein Aufwallen der militanten Arbeitskämpfe an Arbeitsplätzen, v. a. in ganz Europa und in Nordamerika. Sie wissen ja, dass im Werk von Republic Windows and Doors in Chicago die erste Werksbesetzung in den USA seit den 1930ern stattgefunden hat.

Chomsky: Sie müssen es bloß schaffen, dass die Leute organisiert sind, und ihnen die Wahrheit sagen. Dafür gibt es keine Zaubertricks. (…) Eine starke Gegnerschaft der Arbeiter wieder aufzubauen, erfordert viel Arbeit, geschah jedoch bereits. Ich meine, in den 1920er Jahren war die Arbeiterbewegung beinahe völlig vernichtet. In den 1930er Jahren lebte sie wieder auf und wurde ziemlich radikal. Es kann schon etwas geschehen, aber nicht von selbst. Es gab damals die Kommunistische Partei, die genau im Zentrum der Bürgerrechtsbewegung, des Arbeiteraktivismus usw. agierte. Aber es braucht noch mehr, das dafür sorgen kann. Die Russland-Anbetung will zwar nicht jeder, die Partei konnte aber einige Erfolge im Inland vorweisen.

DK: Wenn Sie einen Rat hätten für künftige Generationen der Wobblies, besonders angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die uns bevorstehen und mit denen wir im Westen wahrscheinlich noch lange konfrontiert sein werden, wie würde Ihr Rat lauten?

Chomsky: (…) Zuerst einmal glauben Sie nichts, was Sie von Herrschaftssystemen hören. Wenn also Obama, Ihr Chef oder die Zeitungen oder sonst jemand Ihnen sagt, sie machten dies oder jenes, dann glauben Sie das nicht oder gehen Sie davon aus, dass das Gegenteil wahr ist, was es auch oft ist. Sie sind auf sich und Ihre Kollegen angewiesen – Geschenke gibt es nicht von oben. Sie müssen sie sich schon verschaffen, sonst bekommen Sie sie nicht; und Sie verschaffen sie sich durch Kampf. Der erfordert Verstand und eine ernste Untersuchung der Entscheidungsmöglichkeiten und der Verhältnisse. Dann ist vieles möglich.”

Das gesamte Interview (eigene Übersetzung) als pdf. chomsky-iww.pdf

Offenes Treffen der IWW München

St, 02/10/2010 - 4:49pm

Offenes Treffen der IWW München, jeden letzten Montag im Monat.  

Im EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, um 20 Uhr.
Raum: Bitte Aushang beachten.
Die nächsten Termine:22. Februar 2010, 29. März.2010 und 26. April 2010.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Österreich: Offenes Treffen der IWW-Regionalgruppe Österreich in Wien

St, 02/10/2010 - 12:56pm

Am 21. Februar 2010 veranstaltet  die IWW-Regionalgruppe Österreich ein offenes Treffen im Amerlingerhaus (Stiftgasse 8, 1080 Wien).

Das Treffen ist ab 15:00 Uhr für alle FreundInnen, SympathisantInnen und Interessierte offen.

Update: Eurest-Ford - Aktionen in London, Köln, Saarlouis, Frankfurt, New York

St, 02/10/2010 - 5:31am

Übersicht der bisherigen Proteste / Schickt Emails an Ford!

Soeben erreichte uns die Nachricht, dass sich auch die IWW London mit einer Protestaktion an der Universtätsklinik (University College Hospital) beteiligt hat (Bericht und Foto siehe unten).

“Ford Deutschland produziert sein 40millionstes Auto!” - so oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen am 5. Februar 2010, als ein silberner Ford Fiesta in Köln vom Band lief. Der deutsche Wirtschaftminister Brüderle (FDP) sprach bei einer Feierstunde in der Montagehalle des Kölner Stammwerks von einem “herausragenden Unternehmenserfolg”.

Köln ist nach Worten von Ford-Europa-Chef John Fleming zum größten Produktions- und Entwicklungsstandort des Unternehmens außerhalb der USA geworden. Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes sagte: „Unsere Werke zählen zu den produktivsten Fertigungen der gesamten europäischen Automobilindustrie.“ (Das nebenstehende Bild zeigt übrigens den Stapellauf des ersten Ford Taunus in Köln-Niehl im Jahr 1948)

Worüber Manager und Politiker nicht gerne reden, sind die Themen Niedriglohn und Leiharbeit bei Ford sowie die Auslagerung von Unternehmensteilen an Sub-Unternehmer wie den Catering-Riesen Eurest, der für seine Ausbeuter-Methoden verschrien ist.

Hier einen Fortschritt zu erzielen, hat sich ein neu gegründetes Küchen-Komitee Cologne vorgenommen, an dem sich auch die IWW Ortsgruppe Köln beteiligt.

Schickt eine Protest-Email an Ford! Eurest-Verträge sofort kündigen!

Deutsch: http://www.wobblies.de/?p=480
English: http://www.wobblies.de/?p=481

1. Eurest-Ford-Aktionstag, 8. Februar 2010 - ÜBERSICHT DER BISHERIGEN AKTIONEN:  

- Universitätsklinik London (University College Hospital)

Eine Gruppe von fünf Londoner Wobblies verteilt vor der Londoner Universitätsklinik Flugblätter, in denen sie über die Machenschaften von Eurest / Compass Group aufklärten. Eurest betreibt dort die Mitarbeiter-Kantine. (Foto rechts)

- Ford-Entwicklungswerk Köln-Merkenich

20 Miglieder und Freunde des Kölner Küchen-Komitees verteilen in den frühen Morgenstunden ca. 1.100 Flugblätter, in denen sie die Belegschaft des Ford-Entwicklungswerks auffordern, die Kantine zu meiden bis der Sub-Unternehmer Eurest bei Ford rausfliegt. Der Werksschutz kommt nach ca. 10 Minuten. Zwei Lakaien der Eurest-Leitung pöbeln ein wenig herum. Die Verteilung geht weiter. Ford-Arbeiter nehmen Flugblätter sowie Aufkleber und Buttons interessiert und wohlwollend entgegen.

Hinter den Kulissen der Eurest-Werkskantine brennt daraufhin erneut die Hütte. Die Personalleiterin Frau Dagmar Lanoue wird aus Eschbach importiert und bildet mit Maylahn und anderen einen kleinen Krisenstab, der fast den ganzen Tag hinter verschlossenen Türen tagt. Eurest-Betriebsleiterin Monika Maylahn fällt erneut durch üble Verbalattacken gegen Angestellte auf.

 - Ford-Werke, Saarlouis

8 linke Aktivist_innen aus verschiedenen Zusammenhängen (unter anderem der Antinationalen Offensive, der Initiative FAU Saar sowie der französichen CNT) verteilen während des Schichtwechsels der Ford-Werke Saarlouis 2.500 Flyer (dieselben wie in Köln), um auf die unmöglichen Arbeitsbedingungen bei EUREST aufmerksam zu machen.

- Commerzbank und Innenstadt, Frankfurt a. M.

Die IWW Frankfurt und Freunde protestieren gegen das Vorgehen von Eurest in Köln-Merkenich. Die Belegschaft einer Eurest-Kantine der Commerzbank, die mehrheitlich in der IWW I.U. 460 organisiert ist, zieht vor das Bürogebäude und verteilt Flugblätter. Im Anschluss ziehen Mitglieder der IWW Ortsgruppe in die Stadt und beehren diverse Betriebe, in denen Eurest kochen lässt.

In der Commerzbank sind der Caterer und seine Arbeitsbedingungen Tagesgespräch. Der Vorstand wird informiert. Mehrere Commerzbank-Betriebsräte wünschen viel Erfolg beim Kampf gegen den Catering-Riesen. Hintergrund: Die Kantinen-Verträge bei der Commerzbank stehen vor der Neuausschreibung.

- New York City

Drei Mitglieder der IWW Ortgruppe New York City übergeben eine Protestnote New Yorker Wobblies an ein Autohaus der Ford Motor Company in Manhattan (11th Avenue, zwischen 54th & 55th Street). Der Verantwortliche nahm das Schreiben entgegen und versprach, es nach oben weiter zu leiten.

1. Eurest-Ford Aktionstag - Weniger essen für Arbeiterrechte!

Po, 02/08/2010 - 8:18am

Komitee ruft ArbeiterInnen auf, die Eurest-Kantine im Ford-Entwicklungswerk zu meiden

Wir dokumentieren die Pressemitteilung Nr.01 des Küchen-Komitees Cologne, an dem auch die Kölner Wobblies beteiligt sind:

EUREST schmeckt uns nicht - Protest-Aktion gegen Sub-Unternehmer von Ford

Am Montag, den 8. Februar 2010 haben etwa 20 Mitglieder und Unterstützer des Küchen-Komitees Cologne von 6:40 bis 7:30 Uhr Flugblätter an die Belegschaft des Ford Entwicklungswerks in Köln-Merkenich verteilt.

Sie forderten die Arbeiterinnen und Arbeiter auf, weniger in der Kantine zu essen, bis der Sub-Unternehmer Eurest von Ford gekündigt wird. “Tut etwas für eure schlanke Linie und gleichzeitig für Arbeiterrechte!”, heißt es in dem Flugblatt.

Außerdem machten sie mit einem großen Transparent vor der Werkseinfahrt auf sich aufmerksam und verteilten Aufkleber und Ansteck-Buttons, mit denen die Beschäftigen im Werk ihre Solidarität zum Ausdruck bringen können.

Das Küchen-Komitee Cologne hat sich zum Jahresanfang gegründet, um Mitarbeiter und Betriebsräte der Kantine im Ford-Entwicklungswerk zu unterstützen. Diese werden von der Kantinenleitung systematisch und fortwährend in ihren Rechten verletzt.

Der Presse-Sprecher des Komitees, Heiner Stuhlfauth, sagte hierzu:

“Als ich zum erstenmal von den Zuständen in der Kantine gehört habe, konnte ich es kaum glauben. Hier werden die Leute nicht nur miserabel bezahlt, sondern auch gedemütigt. Es erschien uns absolut unverständlich warum weder die IG Metall noch Ford einschreiten.

Bei näherer Beschäftigung mit der Werkspolitik wurde uns allerdings klar, dass Ford seit Jahren auf Auslagerung von Unternehmensteilen und massiven Einsatz von Leiharbeitern setzt. Ford ist schon lange nicht mehr der vorbildliche Arbeitgeber, für den ihn viele halten.”

Bereits zweimal hatten Mitglieder der Gewerkschaft IWW Flugblätter vor den Werkstoren des Ford-Entwicklungswerks verteilt. Jetzt will das neu gegründete Küchen-Komitee dafür sorgen, dass der Catering-Konzern Eurest bei Ford endgültig rausfliegt.

Aus verschiedenen Städten in Deutschland sowie im Ausland werden Solidartäts-Aktionen anlässlich des 1. Ford-Eurest-Aktionstags am 8. Febraur 2010 erwartet.

Stuhlfauth weiter:

“Ford muss endlich begreifen, dass sie ein ernsthaftes Image-Problem bekommen werden, wenn sie weiter auf die Dienste des Ausbeuters Eurest zurück greifen.

Den nächsten Aktionstag werden wir sicher nicht unter der Hand vorbereiten, sondern öffentlich ankündigen. Dann werden sämtliche Ford-Autohäuser der Welt mögliche Ziele von Protesten sein.”

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Über folgende Seiten könnt ihr eine Protest-Email an Ford schicken:

Deutsch: http://www.wobblies.de/?p=480
English: http://www.wobblies.de/?p=481

COMPASS GROUP leaves a foul taste - Send an e-mail to Ford Motor Company

Po, 02/08/2010 - 2:30am

Contribute to the fight for justice and fair working conditions at Ford Canteens in Germany
Send an e-mail to ford and support the Ford canteen workers at John Andrews Ford Development Center in Cologne and the Kitchen Committee Cologne by using the mailer below.
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Message Preview
From: Your Name
To: hplankem@ford.com, dhinkelm@ford.com, media@ford.com
Subject: COMPASS GROUP leaves a foul taste

To:
Heike Plankemann / Human Ressources Ford Germany
Dieter Hinkelmann / Chairman of Works Council (Metal Workers Union, IG Metall) Ford Cologne
Media Department / Ford Motor Company Detroit

Dear Ladies and Gentlemen,

I urgently ask you to contribute to working for humane working conditions in your canteens.
I can not accept how those workers, who prepare food there, are treated behind the scenes. Nor, how EUREST’s management try to undermine their shop stewards, who have always stood up for the rights of canteen workers.

The working conditions for the canteen staff at the John Andrews Ford Development Center in Cologne are outrageous in my opinion.

I support the demands oft the Kitchen Committee Cologne.
The Ford Motor Company should:

-Dissolve all contracts with COMPASS GROUP Plc. immediately.
-Run all canteens itself again.
-Take on all canteen workers on regular contracts.
-Put an end to subminimum and starvation wage jobs.
-Put an end to the abusive actions against workers and shop stewards.

Your Name
Your Organization
123 Your Street
Yoursville, 12345 Nomansland
Phone: (123)456-7890
Fax: (123)456-7890×123

p.s.
Your Personal Statement

———————————————–

Send your e-mail to Ford now!

* Name:

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* Email:

* Address:

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Postal Code:

* Country:

Phone:

Fax:

Personal Statement:

* Verify

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Schick eine e-mail an Ford: EUREST schmeckt uns nicht

Po, 02/08/2010 - 2:15am

Unterstütze die Kantinen-ArbeiterInnen im Ford Entwicklungswerk in Köln-Merkenich

… und leiste einen Beitrag gegen Mobbing, Lohndumping, Arbeits-Hetze und Betriebsrats-Zerschlagung durch den Sub-Unternehmer EUREST / COMPASS GROUP!

Das Küchen-Komitee Cologne fordert dazu auf, Protest-E-mails an Ford zu schicken. Das kannst Du auf dieser Seite ganz einfach machen.
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Vorschau Deiner Protest-E-mail an Ford:

Von: Deine Name
An: hplankem@ford.com, dhinkelm@ford.com, media@ford.com

Betrifft: EUREST / Compass schmeckt mir nicht

An:
Heike Plankemann / Personal-Abteilung Ford-Merkenich
Dieter Hinkelmann / Betriebsratschef (IG Metall) Ford Köln
Presseabteilung Ford Motor Company / Detroit

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich fordere Sie auf, unverzüglich Schritte einzuleiten, damit in ihren Kantinen menschenwürdige Arbeitsverhältnisse einkehren.

Die Art und Weise, wie ihr Sub-Unternehmer EUREST / COMPASS GROUP im Ford-Entwicklungswerk gegen ArbeiterInnen und Betriebsräte vorgeht, ist ungeheuerlich.

Ich unterstütze die Forderungen des Küchen-Komitees Cologne:

- Verträge mit EUREST sofort kündigen
- Alle Kantinen wieder selbst betreiben
- Alle KantinenmitarbeiterInnen in reguläre Beschäftigungsverhältnisse übernehmen
- Schluss mit Mini- und Hungerlohn-Jobs
- Schluss mit den Schikanen gegen MitarbeiterInnen und Betriebsräte

Dein Name
Deine Organisation
Deine Straße
Deine Stadt, Deine PLZ in der Welt

Tel:
Fax:

PS: Deine persönliche Mitteilung.

————————————————————–
Trag dich hier ein, um eine E-Mail an Ford zu schicken:

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Fax:

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New York: Brandworkers, Wobblies und Freunde zwingen Meeresfrüchte-Großhandel in die Knie

So, 01/30/2010 - 7:22pm

ArbeiterInnen erzwingen umfangreiches Abkommen mit Wild Edibles /  Graswurzel-Kampagne brachte über 75 Restaurants zum Boykott

Wild Edibles Inc. gehört zu den führenden Meeresfrüchte-Großhändlern New Yorks und beliefert einige der angesehendsten und luxuriösesten Restaurants der Stadt sowie zahlreiche Einzelhändler.

Wie die IWW am 20. Januar 2010 bekannt gab, erzielten Anwälte nun mit einem New Yorker Konkurs-Richter ( federal bankruptcy judge) eine Schlichtungs-Vereinbarung, welche die Zahlung von über 340.000 US-Dollar an ArbeiterInnen beinhaltet sowie umfassende Arbeitsplatz-Garantien. Damit endete ein komplexer Rechtsstreit, der von ArbeiterInnen bei Wild Edibles ausgelöst wurde.
Die IWW im deutschsprachigen Raum hatte im Jahr 2008 eine Veranstaltungstour mit zwei IWW-Aktivistinnen aus New York durch mehrere Städte auf die Beine gestellt, in der die Organisierung illegaler ArbeiterInnen in Brooklyn vorgestellt wurde. Wild Edibles stand damals schon im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Zum selben Thema gibt es außerdem eine IWW-Broschüre, die ihr hier herunter laden könnt: Der Weg entsteht beim Laufen - oder die Organisierung der Unorganisierbaren (pdf)

Die umfassende Einigung markiert den vorläufigen Schlusspunkt eines heftig umkämpften Konflikts, in dem über zwei Dutzend ausländischer ArbeiterInnen und die Graswurzel-Organisation Brandworkers International Wild Edibles mit Hilfe von Presse-Arbeit, Stadtteil-Organisierung und Graswurzel-Aktionen unter Druck setzten.
Wichtiges Beispiel für erfolgreiche Selbstorganisation /p>

“Wir lassen jetzt die Korken knallen, weil wir heute bewiesen haben, dass einfache ArbeiterInnen sich organisieren können, dass sie gemeinsam aktiv werden und gewinnen können”, sagte Raymundo Lara Molina, ein ehemaliger Angestellter von Wild Edibles und Brandworkers-Aktivist.

Der Meeresfrüchte-Großhändler muss nun 340.000 Dollar für unbezahlte Überstunden und die Verletzung von Arbeiterrechten an die betroffenen berappen, sowie eine verpflichtenden Schutz im kollektiven Arbeitsrecht akzeptieren, besonders was die gewerkschaftliche Organisierung und Tarif-Verhandlungen betrifft.

“Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise ist es wichtig, dass Arbeiter-Rechte respektiert werden und Lohn-Raub nicht toleriert wird”, sagte Cesar Barturen, ein ehemaliger LKW-Fahrer von Wild Edibles.

Die Industrial Workers of the World hatten anfänglich mehrere Belegschaften von Großhandels-Unternehmen in Brooklyn gewerkschaftlich organisiert, mussten aber auch empfindliche Rückschläge hinnehmen, weil ArbeiterInnen gefeuert wurden, oder manche Läden Konkurs anmeldeten und mit neuem Namen wieder eröffnet wurden.

Die Initiative “Brandworkers International” wurde u.a. vom Mitbegründer der IWW Starbucks-Gewerkschaft, Daniel Gross, ins Leben gerufen, um ArbeiterInnen von Ketten und Großhändlern auch abseits von gewerkschaftlichen Kämpfen zu unterstützen, gerichtlichen Beistand zu organisieren, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und Aktionen durchzuführen. Der Fokus von Brandworkers liegt auf dem Lebensmittel-Großhandel, weil dort tausende von eingewanderten ArbeiterInnen - darunter sehr viele Illegale - systematisch diskriminiert und ausgebeutet werden.

Die ArbeiterInnen erhielten prominente Unterstützer beispielsweise durch Kirchen oder das New Yorker Stadtratsmitglied Eric Gioia, in dessen Wahlbezirk das Lager von Wild Edibles lag.

Neben der IWW erhielt die Kampagne gegen Wild Edibles u.a. Unterstützung von der Rechtsabteiltung von Rankin and Taylor, von Levy Ratner, dem Urban Justice Center, Debevoise & Plimpton und Vladeck Waldman

Brandworkers erhielt im Jahr 2009 den “Union-Square-Preis” für den Kampf um soziale Gerechtigkeit durch Graswurzel-Arbeit.

Presse-Berichte:

“Wild Edibles Settles With Workers’ Group Pushing Boycott”, New York Times, 20. Januar 2010

Haiti: Aufruf zur Solidarität / Call for Solidarity!

Čt, 01/21/2010 - 5:35pm

IWW sammelt spenden für zerstörtes Land

Haiti wurde in den letzten Tagen von einer Naturkatastrophe unbeschreiblichen Ausmaßes getroffen. Auch wenn weltweit Hilfslieferungen, Rettungsteam und dergleichen nach Haiti kommen, so sind mit den vielen „großherzig“ gemeinten Hilfslieferungen so manche politische Interessen verbunden. Es sind die Landlosen, die ArbeiterInnen und deren Familien, welche bei solchen Katastrophen am härtesten getroffen werden und allzu oft diejenigen, welche zuletzt Hilfe bekommen.

Die „Industrial Workers of the World“ möchten einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen direkt und unbürokratisch geholfen wird, welche in Haiti schon seit längerer Zeit versuchen, Schulen, Ambulatorien auf Eigeninitiative aufzubauen und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen.

Warum an die IWW spenden?

  • Weil kein einziger Cent für Verwaltungsstrukturen, Hilfswerbung und bezahlten FunktionärInnen verschwendet wird, sondern das Geld direkt nach Haiti fließen wird!
  • Weil wir daraus kein Kapital schlagen wollen, weder finanzielles noch gute Publicity!
  • Weil keine Bosse, keine GroßgrundbesitzerInnen und keine PolitkerInnen davon auch nur einen Cent in die Hände bekommen werden, sondern die Betroffenen!

Die IWW hat gute Kontakte nach Haiti, worüber sie finanzielle Hilfe direkt und unproblematisch an die Menschen weiterleiten kann und weiterleiten wird.

Es gibt zwei Möglichkeiten zu spenden:

1.) Überweist eure Spende an folgendes Konto:

IWW /GLS-Bank

Kontonummer: 6009 668 100 / Bankleitzahl: 430 609 67,

Verwendungszweck: IWW-Haiti-Fund

Für EU-Überweisungen:

IWW

IBAN:DE28430609676009668100

BIC/SWIFT-Code : GENODEM1GLS

Die Spenden werden direkt an den IWW-Haiti-Fund der „Industrial Workers of the World“ weitergeleitet.

2.) Oder direkt per Pay-Pal an den IWW-Haiti-Fund:

iwwhaitifund@gmail.com

Infos über der IWW den Besuch der IWW-Delegation in Haiti 2008 findet ihr unter folgender Adresse: http://iwwinhaiti.blogspot.com/ (Englisch)

Bei Fragen, wendet euch bitte an:

nathaniel(a]iww.org (für Fragen auf Englisch)

iwwaustria(a]gmail.com (für Fragen auf Deutsch)

Fluglotsen in Irland streiken / Eurowings-Lufthansa vor Kahlschlag

St, 01/20/2010 - 7:25am

Arbeiter-Unruhe im Transportbereich geht weiter / ver.di konzeptlos und unvorbereitet

Vor einigen Tagen haben wir über diverse Streiks im Flug- und Busverkehr in Europa berichtet. Jetzt geht die Geschichte weiter. Aktuell schreibt der Mannheimer Morgen, dass die Lufthansa-Tochter Eurowings ihre halbe Flotte still legen will:

“Mit Beginn des Sommerflugplans am 28. März würden alle 17 Maschinen vom Typ Bombardier CRJ 200 und zudem zwei Jets von Typ CRJ 700 abgeschafft, teilte die Gesellschaft mit Hauptverwaltung in Dortmund am Dienstag mit. Eurowings hat derzeit 34 Flugzeuge und rund 1260 Mitarbeiter. Die Lufthansa hält 49 Prozent der Anteile, kann das Unternehmen aber mit Hilfe einer Stimmrechtsbindung komplett steuern.”

rp-online schreibt dazu: “Die Schockwellen gingen gestern von Dortmund aus quer durch den Lufthansa-Konzern. Viele befürchten, dass Eurowings nur den Anfang für eine umfassende Neuordnung auch anderer Regionalpartner wie der Stuttgarter Contact Air, der Augsburg Airlines, Air Dolomiti oder der Kölner CityLine ist.”
Derweil ist Ryanair, ein Konkurrent von Eurowings im Billigflieger-Segment, von einem Fluglotsenstrik in Dublin betroffen. Nach einer dpa-Meldung müssen die Airports in Dublin, Shannon und Cork heute voraussichtlich zwischen zwei und vier Stunden geschlossen werden.  Ryanair strich 48 Flüge mit rund 6000 Passagieren. Als Grund für den Streik wurde Unzufriedenheit der ArbeiterInnen über Lohn und Arbeitsbedingungen genannt.

ver.di: Keine Ahnung und nicht kampfbereit

Die DGB-Gewerkschaft Ver.di hat sich offenbar weder durch das Verfolgen der Wirtschaftsnachrichten, noch durch organisatorische Vorbereitung auf kommende Konfrontationen eingerichtet. Stattdessen läuft sie anscheindend noch in dem Business-as-usual-Programm der 80er Jahre und gibt das übliche Verlautbarungs-Kauderwelsch zu Protokoll. Die DGB-Gewerkschaft zeigt sich, wie rp-online schreibt, “von den Vorgängen völlig überrascht”. Man stelle sich auf “lange und schwierige Verhandlungen” ein. Der Konzern müsse mit “massiven Widerständen” rechnen. Ein Streik als Reaktion auf die absehbaren Kündigungen sei rechtlich allerdings nicht möglich.

Den letzten Satz bitte mehrfach langsam nachsprechen. Lahmarschiger kann eine Gewerkschaft kaum wirken.

Quellen:

Tochter Eurowings legt 19 Flugzeuge still - Entlassungswelle bei Lufthansa, rp-online, 20. Januar 2010.

Lufthansa-Tochter Eurowings legt halbe Flotte still, Mannheimer Morgen, 19. Januar 2010 

Fluglotsen-Streik in Irland, aero.de am 19. 01. 2010

Die Uni gehört allen!

So, 01/16/2010 - 3:39pm

IWW Frankfurt unterstützt bundesweite Demo für freie Bildung uns selbstbestimmtes Leben

Zeit: Samstag, 30. Januar 2010 um 14 Uhr
Ort: Uni-Campus Bockenheimer Warte, Frankfurt am Main

Hier der Demo-Aufruf der beteiligten Gruppen:

Die Ausrichtung aller Lebensbereiche auf ihre Verwertbarkeit verschärft sich. Flankiert wird diese Entwicklung durch autoritäre Maßnahmen und die Kriminalisierung sozialer Widerstände. Stechuhren, Hartz IV, Ausbildungsplatzmangel, Exzellenzinitiativen, Selektion an Schulen und Hochschulen, Abschiebungen und „blue cards“ nur für „hochqualifizierte“ Migrant_innen, all das sind nur einige Kennzeichen einer ausgrenzenden Gesellschaft. Einer Gesellschaft, in der nicht die Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern ihre Verwertbarkeit im Mittelpunkt steht.
Die Frankfurter Stiftungsuniversität kann hierfür als eine der Pioniere gelten. Studierende besetzten dort Ende November eines der Gebäude der Goethe-Uni, das regelmäßig an Konzerne vermietet wird. Sie wollten dort Raum und Zeit für eine kritische Auseinandersetzung schaffen. Am 02.12.2009 wurde dieser studentische Protest gewaltsam durch die Polizei beendet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand an der Frankfurter Universität: Kritischen Studierenden drohen die Zwangsexmatrikulation und Strafverfahren, immer wieder patrouilliert Polizei auf dem Campus und der Universitätsbetrieb wurde mehrfach durch Aussperrungen lahm gelegt.

Auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu sozialen Konflikten. Arbeiter_innen, Azubis, Schüler_innen, Studierende, von Abschiebung Bedrohte, Erwerbslose und andere gehen auf die Straße. Dabei verweisen all diese Proteste auf die Möglichkeit einer gemeinsame Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Menschen zu richten, nicht nach Profitinteressen. Die Organisierung der Gesellschaft muss von den Menschen selbst bestimmt sein. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen.

Statt den kürzenden, ausschließenden, überwachenden Staat um Hilfe anzurufen, müssen wir gemeinsam auf die Straße gehen und dafür kämpfen, dass die Schule unsere Schule, die Uni die Uni aller, die gesellschaftliche Produktion nach den Bedürfnissen aller – das Leben ein selbstbestimmtes Leben sein soll. Die Uni gehört Allen!

Für freie Bildung und ein selbstbestimmtes Leben! Unser Leben in unsere Hände! Für die radikale Demokratisierung aller Lebensbereiche!

Weitere Infos: http://unigehoertallen.tk/

Streiks im Flug und Busverkehr

Čt, 01/14/2010 - 8:51am

Aktuelle Arbeitskämpfe in Budapest, Basel, Genf, Paris und Pinneberg

In Mitteleuropa findet derzeit eine kleine Streikwelle im Transportwesen statt. In Budapest haben Busfahrer das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt, in der Schweiz wurden die Flughäfen von Genf und Basel bestreikt, in Paris kam es durch Streiks von Fluglotsen zu einer deutlichen Einschränkung des Flugverkehrs auf den Flughäfen Orly und Charles-de-Gaulle. Und in Deutschland… haben die Busfahrer in den schleswig-holsteinischen Landkreisen Pinneberg und Stormarn mit Warnstreiks begonnen.

Verschiedene Gründe 

Die Kollegen in Budapest bestreiken das kommunale Transport-Unternehmen BKV, weil es Sozialleistungen wie z.B. Wohnzuschüsse streichen will. Der Streik wird von mehreren Gewerkschaften getragen und genießt laut Presse offenbar große Sympathie in der Bevölkerung, Er hat zudem historische Bezüge zu dem legendären sog. „Taxler-Streik“ der 1990 Budapest lahm legte.

Der ORF schreibt über den Streik an Pariser Flughäfen: „Die Fluglotsen wehren sich gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen bei der europäischen Umorganisation der Luftraumüberwachung. In der Pariser Presse werden Untersuchungsberichte lanciert, denen zufolge die Fluglotsen über viele Privilegien verfügen, die sie zu verlieren fürchten.“

Am Flughafen Genf-Cointrin streikten nach angaben der NZZ MitarbeiterInnen der Bodenabfertigungsfirma Swissport. Es ging neben Lohnerhöhungen um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und eine Lohkomponenten für unregelmäßige Arbeit.

Die französischen Fluglotsen wehren sich gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen bei der europäischen Umorganisation der Luftraumüberwachung. In der Pariser Presse werden Untersuchungsberichte lanciert, denen zufolge die Fluglotsen über viele Privilegien verfügen, die sie zu verlieren fürchten.

In Pinneberg und Stormarn streiten die BusfahrerInnen für gleichen Lohn für alle Busfahrer in Schleswig-Holstein. Es bleibt zu hoffen, dass die Gewerkschaft ver.di darunter nicht gleich schlechten Lohn für alle versteht. (Kollegen aufgepasst! Wir drücken die Daumen!!)

Zufälliges Zusammentreffen oder kleiner Trend?

Auch wenn die Streiks nicht miteinander verbunden sind, eher eine wilde zufällige Mischung darstellen, so drücken sie möglicherweise eine kleine Tendenz aus. Denn im Transportbereich hat die arbeitende Klasse eine Macht, die viel größer ist als die meisten von uns momentan realisieren.

Der Transportsektor hat durch mehrere Faktoren stetig an Bedeutung gewonnen:

1. Auslagerung. Die Fabrik als zentrale und integrierte Produktionseinheit ist seit den 1970er Jahren systematisch umstrukturiert worden in ein Netz von ausgelagerten Zulieferern. Um beispielsweise ein Auto zu produzieren werden verschiedenste Einzelteile in verschiedensten Regionen Europas produziert und durch die Gegend gefahren, bis sie schließlich irgendwo zusammen gebaut werden.

2. Globalisierung / Rationalisierung. Durch die Einführung von genormten Containern ab Ende der 1960er Jahre wurde den Hafenarbeitern, einer der stärksten und traditionell miliantesten Bastionen des internationalen Proletariats, der Zahn gezogen. Hinzu kam die Computertechnik, welche die Verwaltung und Verteilung ganzer Städte von Containern in den Häfen der Welt erst möglich machte.

3. Lohndumping. In den vergangenen zwanzig Jahren schlugen Transportkosten in der Kalkulation von Produktpreisen kaum noch zu Buche, was auch an einer dramatischen Entwertung der Arbeit im Transportwesen lag. Das verleitete die Unternehmer den Transport von Waren und Rohstoffen um den Globus scheinbar grenzenlos zu steigern.

4. Just in Time-Produktion. Das Toyota-Produktionsmodell verfolgte die Philosophie, „das Lager auf die Straße zu verlegen“. Einerseits um Lagerkosten zu sparen, also die Kernfabrik und deren Belegschaft zu verschlanken, andereseits um flexibel zu produzieren und auf Kundenwünsche zu reagieren (also keinen Berg von rosa Heckspoilern in der Auto-Fabrik aufzutürmen, sondern rosa Heckspoiler anzufordern, wenn sie von einem Kunden gewünscht werden.) Effekt: Die Autobahnen sind voll von Lastwagen.

5. Zersiedelung der Landschaft / flexible Pendler. Die Menschen nehmen in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Verschwendung von Lebenszeit und Treibstoff in Kauf, um zur Arbeit zu gelangen.

Fazit

Die reale Macht der TransportarbeiterInnen, die Produktion in Europa kurzerhand lahm zu legen, steht in keinem Verhältnis zu den Löhnen und Arbeitsbedingungen, die z.B. für Bus- Bahn, und LKW-Fahrer oder Lokführer gelten. Vom Personal in Bahnhöfen und Flughäfen ganz zu schweigen. Es wäre an der Zeit, daran etwas zu ändern.

Auf der anderen Seite: Da die Energiekosten stetig steigen, sehen sich viele Unternehmen möglicherweise gezwungen, die Löhne und Arbeitsbedingungen im Transport-Sektor weiter anzugreifen, um ihre Profitrate halten zu können.

Im Transport-Bereich ist viel Musik.

Quellen: Ungarn: Lohnstreik legte Verkehr lahm, 12.01.2010, Die Presse.com - http://diepresse.com/home/wirtschaft/eastconomist/532554/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/index.do

Streik in Budapest kann Wochen dauern – Balaton Zeitung, 13. Januar 2010 , http://www.balaton-zeitung.info/Nachrichten/Streik-in-Budapest-kann-Wochen-dauern

Streik am Genfer Flughafen beendet, NZZ online, 12. Januar 2010
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/streik_genfer_flughafen_swissport_1.4494657.html

Busfahrer stimmen ab: Wird schon nächste Woche gestreikt?, Hamburger Abendblatt, 13. Januar 2010 - http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article1340184/Busfahrer-stimmen-ab-Wird-schon-naechste-Woche-gestreikt.html

EuroAirport von Streik betroffen, DMM, 12. Januar 2010 - http://dmm.travel/news/artikel/lesen/2010/01/euroairport-von-streik-betroffen-26359/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+DMMtravel+(DMM+-+Der+Mobilit%C3%A4tsmanager)

Streik der Fluglotsen in Frankreich, Januar 12th, 2010 -
http://www.aviation-community.de/2010/01/12/streik-der-fluglotsen-in-frankreich/

Lebewohl Kollege Vale Ray Jessop!

Po, 01/04/2010 - 5:14pm

Britischer Wobbly stirbt bei Arbeitsunfall / Abstürze Hauptursache für Todesfälle von Bauarbeitern

Am 6. Dezember 2009 wurde unser Kollege Vale Ray Jessop durch einen Arbeitsunfall in der englischen Hafenstadt Hull getötet. Die Untersuchungen der Todesumstände dauern noch an; es gibt jedoch deutliche Hinweise, dass Einsparungen des Unternehmens beim Arbeitsschutz dabei eine Rolle gespielt haben.

Der Fall von der Leiter - auch ein Fall von alltäglichem Arbeits-Unrecht

Die britische Bauarbeiter-Gewerkschaft UCATT, in der Ray ebenfalls Mitglied war, prüft derzeit eine Klage wegen Totschlags (corporate manslaughter) gegen Rays Arbeitgeber zu führen. Laut UCATT benutzte das Unternehmen Kier, das im Auftrag für die Gemeinde Hull derzeit insgesamt 170 großflächige Anstreicharbeiten an kommunalen Gebäuden abwickelt, einfache Leitern, selbst in größeren Höhen. Die Bauarbeiter-Gewerkschaft untersuchte den Unfallort und gab bekannt, dass der Einsatzort genügend Raum für hydraulische Hebebühnen oder ähnliche sichere und zeitgemäße Geräte geboten hätte.
Die britische Behörde für Arbeitsschutz und Sicherheit (Health and Safety Executive) schätzt, dass jährlich im Schnitt 12 Menschen im Vereinigten Königreich durch den Fall von Leitern getötet werden. UCATT gibt an, dass im vergangenen Jahr 53 Bauarbeiter in Großbritannien durch Arbeitsunfälle starben, wovon 21 durch Abstürze zu Tode kamen.

Wir bräuchten mehr Leute wie Ray

Auch wenn Ray nicht zu den überregional bekannten Mitgliedern in der IWW gehörte, war er ein loyales Mitglied und ein Unterstützer unserer Gewerkschaft, in die er 2002 eintrat. Arbeitskollegen wollten ihn dazu überreden, Betriebsrats (shop steward) zu werden - er lehnte es ab, weil er sich nicht für den richtigen Mann für diese Position hielt.
Ray nahm auch an anderen Kämpfen teil, er war beispielsweise in der Tierrechts-Bewegung aktiv, wo er viele Freunde fand. Er war ein überzeugtes Mitglied der Solidaritäts-Kampagne für Palestina in Hull und engagierte sich in Kampagnen gegen Waffenhandel und in der Kampagne “Amerikanische Militärbasen zur Verantwortung ziehen!” (Campaign for the Accountability of American Bases).

Ray war auch ein ein sehr geselliger Mensch, der es liebte mit Gleichgesinnten einen Drink und ein (veganes) Essen zu teilen, er mochte Live-Musik, seine Vorlieben waren Reggae und Ska.

Er wird von denen, die ihn kannten, schmerzlich vermisst werden, wie die vielen Mitteilungen, die bei den britischen Wobblies in den letzten Wochen eingingen, deutlich machen. Viele kommentierten seinen Tod mit Worten wie “Dieses Land braucht mehr Leute wie Ray”.

Ray wurde 53 Jahre alt.

Infos der Bauarbeiter-Gewerkschaft UCATT: http://www.ucatt.info/content/view/805/30/2009/12/